Geschichte des Badminton
Der Ursprung
Wie
das alte Spiel Federball zustande gekommen ist, weiß man nicht genau.
Es war ursprünglich ein Zeitvertreib, bei dem zwei Spieler mit
Schlaghölzern einen Federball einander zugespielt haben, ohne, dass der
Ball den Boden berühren durfte. Der Gedanke, den Ball durch das
Anbringen von Federn langsamer zu machen, scheint gleichzeitig in
verschiedenen Teilen der Welt, unabhängig von einander, entstanden zu
sein. Es ist bekannt, dass Spiel und Spaß mit verschiedenen Typen von
Federbällen in China, Japan, Indien und Thailand, aber auch unter den
Ureinwohnern Nord- und Südamerikas, aufs Mittelalter zurück gehen.
Vielleicht ist der Federball mit irgendeinem heimkehrenden Handelsmann
nach Europa gelangt, als sich die Handelswege zwischen Asien und Europa
öffneten.
Das erste Schlägerspiel
Das Spiel, von
dem man annimmt, dass alle modernen Schlägerspiele abstammen, hat
seinen Ursprung in italienischen und französischen Klöstern des 12.
Jahrhunderts. Es wurde, aufgrund der Art zu spielen, "Jeu de Paume"
genannt. Mit Hilfe der Handfläche (Fr. paume) wurde der Ball im so
genannten Ballhaus an die Gegner rübergeschlagen. Unter dem Namen "real
tennis" verbreitete sich das Spiel um 1275 über Schottland nach
England. Im Lauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich aus diesem Spiel
das Federballspiel. Da es wenig Platz verlangte, konnte es ohne
Probleme in Sälen der Schlösser und Herrensitze gespielt werden, und
aufgrund der geringen, fysischen Anstrengung, war es nicht notwendig,
sich für das Spiel umzuziehen. Ursprünglich war, was wir heutzutage
unter dem Sport Badminton verstehen, also lediglich ein langsames,
sanftes Einanderzuspielen, vorwiegend für den Adel. Manchmal spielte
nur eine Person alleine und schlug dabei den Ball mit einem Schläger,
oder gelegentlich auch zwei, hoch in die Luft.
Das 16. Jahrhundert
Während
des 16. und 17. Jahrhundert wurden überall in Europa Ballhäuser gebaut,
wo diejenigen, die sich es leisten konnten, spielten. Im 16.
Jahrhundert wurden Schläger entwickelt, die man für unterschiedliche
Spiele verwenden konnte. Früher benutzte man beim Federballspiel
einfache Schlaghölzer. Die Schläger, die im Lauf des 17. und 18.
Jahrhundert aktuell wurden, hatten einen mit Leder umwickelten Schaft
und einen fast kreisrunden Rahmen. Statt eine Bespannung aus Sehnen war
der Rahmen häufig mit Pergament bespannt, welches dazu führte, dass der
Schläger eher wie ein Tamburin am Stiel aussah.
Der Federball
Obwohl
sich die Schläger im Lauf der Zeit verändert haben, ist es trotz allem
der Federball, der das Spiel unter den Schlägerspielen einzigartig
macht. Wie der Ball sich entwickelt hat ist und bleibt allerdings ein
Rätsel. Die ältesten Bälle waren doppelt so groß und schwer wie heute,
aber nach und nach wurde das Gewicht verringert. Ab 1839 war es
möglich, mit Gummibällen als Alternativ zu den Federbällen zu spielen.
(Quelle: Svenska Badmintonförbundet [Der schwedische Badmintonverband])
Herkunft der Benennung "Badminton" für unsere SportartDer
Name stammt aus England. In den 1870er Jahren hat der Sport Badminton
dort seine modernen Spielregel bekommen und wurde nach dem Schloss
Badminton House benannt.
(Quelle: Bra Böckers Lexikon [eine schwedische Enzyklopädie], 1983, Bd. 2, S. 104-105)